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    Guy Denning „The Idea of her“

    Guy Denning
    „The Idea of Her“
    Ausstellung vom 14. Februar – 30. März

    Seit über zehn Jahren arbeiten wir mit Guy Denning zusammen, zeigen seine Arbeiten in zahlreichen Gruppen- und Themenausstellungen und begleiten die Entwicklung seiner künstlerischen Praxis. The Idea of Her ist seine erste Einzelausstellung bei Pretty Portal.

    Der Künstler

    Guy Dennings Werk bewegt sich seit Langem an der Schnittstelle zwischen traditioneller Malerei und zeitgenössischer Urban Art und schöpft gleichermaßen aus der europäischen Bildtradition wie aus politischer Dringlichkeit.

    Seine Gemälde und Zeichnungen sind geprägt von einer expressiven, oft fragmentierten Figuration, kombiniert mit schablonierten und collagierten Texten, Abrieb, Übermalungen und bewussten Störungen. Identität erscheint bei Denning niemals als fest oder abgeschlossen, sondern als fragil, vorläufig und ständig im Wandel.

    Die Austellung

    Die in dieser Ausstellung gezeigten Arbeiten markieren eine besonders konzentrierte und intime Phase seines Schaffens. Zeichnungen und Gemälde kreisen um Erinnerung, Vorstellung und Projektion. Sie verweigern bewusst die Konventionen des klassischen Porträts und nähern sich ihren Figuren stattdessen über Andeutung, Bewegung und emotionale Verdichtung. Nähe entsteht hier nicht durch Ähnlichkeit, sondern durch Haltung.

    Das Bild im Kopf

    The Idea of Her ist eine Ausstellung über das Bild im Kopf – über das, was bleibt, wenn Abbild und Gewissheit nicht mehr ausreichen. Sie zeigt den Beginn einer Werkgruppe, die sich bewusst zwischen persönlicher Erfahrung und künstlerischer Offenheit positioniert.

    Der folgende Text von Guy Denning gibt Einblick in den Ursprung dieser Arbeiten. Er ist als persönliche Widmung gedacht und wird hier übersetzt, aber im Inhalt unverändert wiedergegeben.

    „Diese Ausstellung ist meiner Partnerin, Gefährtin, Verteidigerin und Geliebten von zweiunddreißig Jahren gewidmet, die kurz vor Weihnachten verstorben ist.
    Colleen war die schönste, stärkste und lustigste Frau, die ich je das Privileg hatte zu kennen.
    Seit wir uns kennengelernt haben, versuchte ich, sie davon zu überzeugen, mich ein formales Porträt von ihr malen zu lassen. Doch da sie nicht einmal den Gedanken mochte, fotografiert zu werden, lehnte sie stets lachend ab.
    Letztes Jahr fragte ich sie erneut, und schließlich stimmte sie zu – allerdings unter einer Bedingung: Das Porträt müsse von der ‚Idee‘ von ihr handeln und von den Künstlern inspiriert sein, die sie am meisten bewunderte. Es sollte ganz ausdrücklich kein traditionelles Ähnlichkeits-Porträt sein.


    Sie mochte auch meine frühere Werkgruppe, die auf der Idee ‚imaginärer‘ Porträts und Selbstporträts beruhte – in der wir, ähnlich wie Autobiografen, die tröstlichen Fiktionen konstruieren, von denen wir möchten, dass andere an uns glauben.
    So gab sie mir im Laufe des letzten Jahres vor ihrem Tod ihre Gedanken und Ideen für dieses Porträt mit auf den Weg:

    die Lebensgeschichten von Stärken und Schwächen, von Helden und Schurken, von Sehnsüchten und Träumen.
    Ein großer Teil des Beginns dieser Arbeit ist hier zu sehen, gezeigt bei Pretty Portal.


    Colleen hat mich gefunden und gerettet; sie hat mich vor der Welt bewahrt – und oft auch vor mir selbst.
    Sie wird immer mein Kapitän, mein Kompass und mein Schiff sein. Ich werde sie für immer an meiner Seite auf dieser verrückten Reise vermissen.“

    (Guy Denning)

    Wir fühlen uns zutiefst geehrt, diese Ausstellung zeigen und diese Arbeiten – Acryl- und Ölgemälde auf Leinwand sowie Zeichnungen in Kohle und Kreide – in diesem besonders persönlichen und bedeutungsvollen Kontext präsentieren zu dürfen.