Häuser, die sich übereinanderstapeln, ineinander verkeilen und den Hang hinaufwuchern, ohne Plan und ohne Architekten: Die brasilianischen Favelas folgen keiner Ordnung, und doch entsteht aus ihnen eine ganz eigene, lebendige Struktur.
Architektur als organischer Prozess
Inspiriert von seinen Reisen durch Lateinamerika, insbesondere von seinen Besuchen in den Favelas Brasiliens, setzt sich Arno Beck mit Architektur als organischem Prozess auseinander. In seinen Bildern erschafft er eine neue Räumlichkeit: architektonische Landschaften, die nicht geplant sind, sondern wachsen, geradezu wuchern, abstrus und ohne Funktion. Dabei greift er unter anderem auf ein visuelles Vokabular zurück, das er sich bei seiner künstlerischen Arbeit im öffentlichen Raum, in leer stehenden Fabrikhallen und auf Industriebrachen angeeignet hat.
Drei Phasen
In seinem Arbeitsprozess setzt Arno Beck vielfältige Techniken und Materialien ein. Grafische Elemente, Fotografie und Druck treffen auf Zeichnung und duktusbetonte Strukturen. Sprühlack, Acryl, Öl, Tusche, Collage und Druck verbinden sich auf Leinwand, Papier und Holz. Die Ausstellung zeigt drei Phasen seiner Auseinandersetzung mit dem Thema: zunächst Linolschnitte nach Fotokompositionen, dann die Verbindung dieser Linoldrucke mit Malerei, Collage und Zeichnung und schließlich die Auflösung der konkreten Strukturen. Für Arno Beck ist dieser letzte Schritt die Essenz und logische Konsequenz seines Arbeitsprozesses.
Über den Künstler
Arno Beck wurde 1985 in Bonn geboren. Seit 2006 studiert er an der Kunstakademie Düsseldorf, unter anderem bei Markus Lüpertz, Reinhold Braun und Eberhard Havekost. „Vertical Ghetto“ ist seine erste Einzelausstellung.
„Vertical Ghetto“
Arno Beck
Vernissage
Freitag, 27. August 2010
Ausstellung
27. August – 17. September 2010
Pretty Portal
Brunnenstraße 12
40223 Düsseldorf
Anmerkung (2026): Arno Beck schloss sein Studium 2015 als Meisterschüler von Eberhard Havekost ab. International bekannt wurde er mit Arbeiten, die digitale Bildwelten in analoge Techniken übersetzen, allen voran mit seinen auf der Schreibmaschine getippten Zeichnungen. Seine Werke waren seither unter anderem bei der Nino Mier Gallery in Los Angeles und der Joshua Liner Gallery in New York zu sehen. 2021 erschien bei Hatje Cantz seine erste Monografie.