Ein Pizzabäcker aus Brooklyn, eine Fabrikarbeiterin aus der Ukraine: Auf seinen Reisen begegnet Hendrik Beikirch Menschen, deren Gesichter Geschichten erzählen. Geschichten von harter Arbeit und von der Hoffnung auf ein besseres Leben.
Zwischen Anstrengung und Hoffnung
Im Mittelpunkt von „Faces of Hope and Struggle“ stehen großformatige Porträts. Hendrik Beikirch hat auf seinen Reisen Menschen skizziert, die ihm durch ihre besondere Ausstrahlung aufgefallen sind und durch einen ganz eigenen Ausdruck zwischen Anstrengung und Hoffnung. Die Porträts bestechen durch die Reduktion auf die Person und zeigen sie bewusst frontal. Formal erinnern sie damit an die biometrisch optimierte Darstellung moderner Passbilder. Doch wo das Passbild nur identifiziert, erzählen Beikirchs Gesichter von einem Leben.
Sprühlack, Acryl und Wasser
In den letzten Jahren hat Hendrik Beikirch eine eigene Technik entwickelt, bei der er Sprühlack, Acryl und Wasser kombiniert. So entsteht auf der Leinwand eine skizzenhafte Ästhetik, die an Aquarelle erinnert. In den Firnis sind Textebenen eingearbeitet, die sich erst erschließen, wenn man den Standpunkt vor dem Bild verändert und sich das Licht anders spiegelt. Neben den Leinwandarbeiten sind auch die ursprünglichen Skizzen zu sehen.
Vom Ort zum Gesicht
„Faces of Hope and Struggle“ ist Hendrik Beikirchs zweite Ausstellung bei Pretty Portal. In „Einen Sommer“ zeigte er Orte und Nachtszenen, die er auf dem Weg zu seinen nächtlichen Interventionen im öffentlichen Raum entdeckt hatte. Nun stellt er erstmals die Menschen selbst in den Mittelpunkt.
Über den Künstler
Hendrik Beikirch wurde 1974 in Kassel geboren. Ende der 1980er-Jahre griff er zum ersten Mal zur Sprühdose und hinterließ seine Spuren auf Zügen. Später studierte er Kunstpädagogik in Koblenz, wo er heute lebt und arbeitet. Seit den 1990er-Jahren ist er unter seinem Kürzel ecb eine feste Größe der Graffiti- und Street-Art-Szene.
„Faces of Hope and Struggle“
ecb · Hendrik Beikirch
Vernissage
Freitag, 18. Juni 2010, 19 Uhr
Ausstellung
18. Juni – 16. Juli 2010
Pretty Portal
Brunnenstraße 12
40223 Düsseldorf
Anmerkung (2026): Mit seinen Porträts ist Hendrik Beikirch seither international bekannt geworden. 2012 malte er in Busan, Südkorea, ein rund 70 Meter hohes Wandbild, damals das höchste Asiens. Seine monumentalen Schwarz-Weiß-Porträts von Arbeiterinnen und Arbeitern, Fischern und älteren Menschen sind heute auf Fassaden weltweit zu sehen.