Ghosts of things to come
Andrew Hem | Benjamin Bjorklund | Daniel Ochoa | David Monllor | David Stegmann | Robert Proch | Sebas Velasco
Ausstellung
30. SEP 2016 — 4. NOV 2016
Vernissage
30. SEP, 19:00 — 22:00
Beschreibung
Ein Gesicht, fotorealistisch präzise gemalt, das sich im nächsten Moment in Farbe und Bewegung auflöst. Figuren, die aus der Dämmerung auftauchen. Landschaften, in denen Konkretes und Fantastisches ineinanderfließen. Wie Erscheinungen bewegen sich die Bilder dieser Ausstellung zwischen Realismus und Abstraktion, zwischen Gegenwart und Auflösung.
Kuratiert von David Monllor
Bereits im Februar 2014 war der Schweizer Künstler David Monllor mit seiner Einzelausstellung „Fade into Nothing“ bei Pretty Portal zu sehen. Seine Bildsprache und Maltechnik hat er seitdem nicht nur im Atelier, sondern auch auf zahlreichen Reisen weiterentwickelt. Dabei hat er mit vielen namhaften Künstlern an Projekten im öffentlichen Raum gearbeitet, mit denen ihn heute eine Freundschaft verbindet. Für „Ghosts of Things to Come“ hat er eine Auswahl dieser Künstler zusammengestellt und steuert selbst ebenfalls ein Werk bei.
Malerei zwischen Realismus und Abstraktion
Alle beteiligten Künstler sind außergewöhnliche Talente der Malerei, die verschiedene Stilmittel zu verbinden und zu überschreiten verstehen. Andrew Hem erzählt in atmosphärischen Bildern mystische Geschichten, in leuchtenden Farben, die an den Übergang von Tag und Nacht erinnern. Daniel Ochoa setzt sich mit der Wahrnehmung von Identität auseinander, die sich im Wechsel zwischen realistischer Konstruktion und Abstraktion zeigt. Robert Proch hinterfragt mit dramatischen Verzerrungen inmitten geometrischer Muster das moderne Leben, wie ein Riss in der Matrix. Benjamin Björklund hält seine Kompositionen bewusst einfach, damit seine Motive, häufig Porträts im Wandel, unmittelbar zugänglich bleiben. Sebas Velasco gewährt mit naturalistischen Nachtszenen Einblick in die verschlossene Welt der Graffiti-Writer. David Stegmann verbindet abstrakte Malerei und Neosurrealismus zu teils apokalyptischen, visionären Bildern über die Koexistenz von Mensch und Umwelt. David Monllor schließlich ist für seinen Fotorealismus und dessen bewusste Auflösung bekannt: Zwischen Konstruktion und Dekonstruktion erschafft er anmutige, perfekte Illusionen.
Eine Speerspitze der Urban Contemporary Art
Alle Künstler stellen international aus, ihre Werke wurden in renommierten Kunstmagazinen besprochen und zierten zahlreiche Titelseiten. Sie gehören zur Speerspitze jener Künstler, denen der Übergang vom urbanen Raum in die Urban Contemporary Art eindrucksvoll gelungen ist und die diese Kunstrichtung entscheidend prägen. Wir freuen uns sehr, diese außergewöhnliche Auswahl bei Pretty Portal zu präsentieren. Zu sehen sind Arbeiten auf Papier und Leinwand.
Andrew Hem
Andrew Hem wurde während der Flucht seiner Eltern vor der Terrorherrschaft der Roten Khmer geboren und wuchs zwischen zwei Kulturen auf: der ländlichen, vom Animismus geprägten Welt seiner Khmer-Vorfahren und der dynamischen, von Urban Art geprägten Welt von Los Angeles. Früh begeisterte er sich für Graffiti und verfeinerte seine grafischen und kompositorischen Fähigkeiten auf den Straßen von L.A., bevor er seine Leidenschaft für die figurative Malerei entdeckte und sein Studium am Art Center College of Design abschloss. Mit Gouache, Öl und Acryl erschafft er atmosphärische Geschichten auf der Leinwand. Ihre mystische Wirkung entsteht durch eine Farbgebung, die eine Welt in ständiger Dämmerung entstehen lässt.
Andrew Hem hat weltweit ausgestellt, von der Jonathan LeVine Gallery in New York und dem Portsmouth Museum of Art in New Hampshire bis zu Einzel- und Gruppenausstellungen in Los Angeles, San Francisco, San Diego, Seattle, Portland, Nashville, Miami, Toronto, Zürich und Lecce. Seine Arbeiten wurden unter anderem in Beyond Illustration, dem Society of Illustrators Annual, Communication Arts, Spectrum, American Illustration, 3x3, Swallow und Hi-Fructose veröffentlicht. Er lebt und arbeitet in Los Angeles.
Benjamin Björklund
Inspiriert vom Alltag versucht Benjamin Björklund, in seinen Bildern Emotionen und Charaktere zu interpretieren. Seine Kompositionen und Schwerpunkte hält er bewusst einfach, damit seine Motive für den Betrachter zugänglich bleiben. Häufig zeigen seine Werke seine Familie und enge Freunde. Seine Arbeiten befinden sich heute in Privatsammlungen in London, New York, Los Angeles, San Francisco, Melbourne sowie in ganz Schweden und Europa. Er lebt und arbeitet im schwedischen Uppsala.
Daniel Ochoa
Daniel Ochoa über seine Arbeit:
„Die Erfahrungen, die ich durch das Aufwachsen in einer multikulturellen Familie gesammelt habe, prägen die Metaphorik und emotionale Qualität meiner Arbeit. Mit der Zeit begann ich, kulturelle Trennlinien zu erkennen und mit widersprüchlichen Standpunkten je nach Kontext umzugehen. Dadurch verändert sich meine Wahrnehmung von Identität ständig, und in meiner Arbeit, die von Fotos, Emotionen und Erinnerungen geprägt ist, werde ich immer wieder damit konfrontiert. Ich verwende verschiedene Techniken, um die Grenzen zwischen formalen Qualitäten wie Abstraktion und realistischer Darstellung aufzulösen. So habe ich beispielsweise Bilder aus Google Street View und aus sozialen Medien verwendet, um zu zeigen, welchen Einfluss Technologie auf die Bildsprache hat. Die Verbindung voneinander abweichender Elemente suggeriert eine pluralistische Realität, die den Bogen vom historischen Ursprung der Malerei über das eigene Selbst bis hin zum Einfluss der Technologie spannt.“
David Monllor
David Monllor wurde 1987 als Sohn einer italienischen Mutter und eines spanischen Vaters im Schweizer Kanton Aargau geboren, wo er bis heute lebt und arbeitet. Schon als Kind entdeckte er seine Leidenschaft für die figürliche Darstellung und Malerei. Mit zwölf Jahren kam er mit Graffiti in Berührung, einer Subkultur, die sein Werk nachhaltig geprägt hat. Durch die Kontakte in der Urban-Art-Szene ergaben sich unzählige Reisen: Er malte mit vielen Urban-Art-Künstlern, wurde zu internationalen Kunstfestivals eingeladen und schuf fassadengroße Murals.
Als Autodidakt perfektionierte er seine Technik mit der Sprühdose. Hyperrealistische Porträts und surreale Stillleben wurden zu seinem Markenzeichen. Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen hat er in den letzten Jahren die Ölmalerei für sich entdeckt. Seine aktuellen Arbeiten reichen von akribisch ausgearbeiteten fotorealistischen Gemälden bis zu abstrahierten Porträts, die sich explosionsartig auflösen und durch die Bewegung im Bild eine völlig neue Ästhetik im Auge des Betrachters entstehen lassen.
David Stegmann
David Stegmann befasst sich in seinem Werk mit der Koexistenz von Mensch und Umwelt. Seine Arbeiten verbinden abstrakte Malerei und Neosurrealismus, wirken zum Teil apokalyptisch und visionär und gewähren Einblick in einen fragilen, organischen Mikrokosmos. Konkretes und Fantastisches fließen vor den Augen des Betrachters zusammen, um sich im nächsten Moment wieder aufzulösen. Seine Inspiration findet er in der Natur mit ihrem absoluten Drang zur Perfektion in Farbe, Form und Bestand. Der aus der Schweiz stammende Künstler lebt und arbeitet im Breisgau und experimentiert dort mit unterschiedlichen Materialien. Neben Malerei auf Leinwand und Holz arbeitet er seit dem vergangenen Jahr verstärkt mit einer Mischtechnik hinter Glas.
Robert Proch
Dramatische Verzerrungen inmitten geometrischer Muster und Formen: Robert Prochs große Wandbilder bringen überall den Straßenverkehr zum Stehen. Schon als Teenager schuf er großformatige, provokante Murals in seiner Heimatstadt Bydgoszcz in Polen. Seitdem hat er weltweit Wandbilder gemalt und seine Leinwände in Polen, Dänemark, Frankreich, Italien, Ungarn, England und Deutschland ausgestellt. Sein abstrakt-figurativer Stil ist gleichermaßen von zeitgemäßer Animation und klassischer Karikatur wie von Impressionismus und modernem Graffiti inspiriert.
Das Gefühl für Bewegung und zeitlich versetzte Perspektiven in einem einzigen Bild sind zentral für sein Werk. Seine gemalten Erzählungen hinterfragen das Leben des modernen Menschen. Mit lebhaften Farben erzeugt er konkrete Emotionen, und statt grob oder pessimistisch wirkt seine Kunst dynamisch, fesselnd und oft mitreißend. Sentimentalität, Ehrgeiz, Angst, Verlust, Anmaßung, Habgier und Freundschaft sind nur einige der Emotionen, die in seinen Bildern allgegenwärtig sind. So betont Proch die Intensität alltäglicher Erfahrungen. In jedem Werk trennt dabei eine zarte Barriere das Irdische vom Traumhaften.
Sebas Velasco
Sebas Velasco begann 2004, in seiner Heimatstadt Graffiti zu malen. Später zog er nach Bilbao, wo er Bildende Kunst mit Schwerpunkt Malerei studierte. Heute zeichnen ihn vor allem seine hervorragende Technik und seine Hingabe an den Naturalismus aus. Er arbeitet mit Öl, Acryl, Sprühdose und Bleistift. Mit einem Stipendium der Fundación Antonio Gala realisierte er sein Projekt „Around the Wall“, das in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen in Spanien gezeigt und vielfach ausgezeichnet wurde. Zugleich blieb er im öffentlichen Raum aktiv und gestaltete Wände in verschiedenen Städten Spaniens und Europas, wo er oft die Inspiration für seine Atelierarbeit findet. Sebas Velasco lebt und arbeitet in Spanien.
„Ghosts of Things to Come“
Andrew Hem · Benjamin Björklund · Daniel Ochoa · David Monllor · David Stegmann · Robert Proch · Sebas Velasco
Kuratiert von David Monllor
Vernissage
Freitag, 30. September 2016, 19 – 22 Uhr
Ausstellung
30. September – 4. November 2016
Pretty Portal
Brunnenstraße 12
40223 Düsseldorf
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