Roman Klonek
Polen
Roman Kloneks Familie kommt in den 1970er-Jahren aus dem polnischen Teil Oberschlesiens in die Bundesrepublik; er selbst wächst in Hannover auf. Von 1993 bis 1999 studiert er Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Druckgrafik an der Fachhochschule Düsseldorf, ergänzt durch ein Stipendium für Holzdruck an der Kunstakademie Trier. Bereits während des Studiums gründet er mit Freunden die Künstlergruppe „Tapezisten" sowie das Grafik-Fanzine „Herrensahne", gemeinsam mit Tobi Dahmen und Leo Leowald.Klonek zählt heute zu den international bekannten Vertretern der zeitgenössischen Druckgrafik in Deutschland. Seine Motive sind mehrfarbige Holzschnitte, gedruckt im Verfahren des „verlorenen Schnitts": Der Druckstock wird dabei mit jeder Farbe weiter beschnitten und kann nur ein einziges Mal verwendet werden – jede Auflage bleibt so auf wenige, meist bis zu zehn Exemplare begrenzt. Rund zwanzig neue Motive entstehen auf diese Weise pro Jahr, jedes eigenhändig gedruckt.In seinen Bildwelten begegnen sich skurrile Kreaturen und Metamorphosen aus Mensch und Tier in einer poppig-surrealen, oft absurd anmutenden Szenerie. Typografische Elemente aus kyrillischen und asiatischen Schriftzeichen setzen markante Akzente. Klonek gelingt damit ein gekonnter Spagat zwischen Propaganda-Ästhetik, Folklore und Pop – genährt von polnischen, russischen und tschechischen Trickfilmen der 1970er-Jahre ebenso wie von Vorbildern wie Frank Kozik, Yoshitomo Nara, Takashi Murakami, Raymond Pettibon, Gary Baseman und Zdeněk Miler.Von 2001 bis 2008 ist Klonek Mitorganisator der Düsseldorfer „Galerie Revolver", mehrfach ist er zudem beim Festival für Charakterdesign „Pictoplasma" vertreten und gibt regelmäßig Holzschnitt-Workshops an Grafikhochschulen. Seine Auftragszeichnungen erscheinen unter anderem in WIRED, der New York Times und dem San Francisco Chronicle. Ausgestellt wird sein Werk in Deutschland und zunehmend international, zuletzt in Oslo, London und São Paulo. Roman Klonek lebt und arbeitet in Düsseldorf.