Pixelpancho

Pixelpancho — „Rusted Ideas" | September 2013

Roboter, Rost und Hoffnung – eine Vision zwischen Mensch und Maschine

Ort
Suitbertusstrasse 142, Düsseldorf
Pixelpancho — „Rusted Ideas"

Entstanden

September 2013

Beschreibung

Roboter sind das zentrale, immer wiederkehrende Motiv im Werk von Pixelpancho. „Ich bin angetrieben von einer vergessenen Welt, die unter einer dicken Schicht aus Staub und Schmutz verborgen ist", beschreibt er seine Bildwelt. „Dort gibt es Roboter, als eine Schöpfung der Menschheit, verbeult und abgenutzt, eine Symbiose von Organischem und Anorganischem, denen das verrostete Eisen ihrer Körper auseinanderfällt. Voller Träume, Wünsche und Hoffnungen." In seiner surrealistischen Bildsprache verschmelzen Menschen, Marionetten und Roboter zu Anspielungen auf große Marken des Kommerzes, Superhelden und Popikonen, denen im ständigen Wandel der Zerfall droht.

Der gebürtige Italiener studierte an der Accademia Albertina di Belle Arti sowie an der Kunstakademie Valencias. Seine zahlreichen Reisen nutzte er konsequent für Festivalteilnahmen und Ausstellungen und gilt heute als eine der prägenden Figuren der italienischen Urban-Art-Szene, die sich um Künstler wie Blu, Erica il Cane, das Fame Festival und Studio Chromie entwickelt hat.
Was Pixelpancho in seinen verrosteten Maschinenwesen erspürt, ist heute so aktuell wie kaum ein anderes Bildthema der Urban Art. Humanoide, zweibeinige Roboter mit stetig wachsenden Fähigkeiten übernehmen bereits jetzt und in wachsendem Maß Rollen in unserem Alltag. Wir werden Gefühle für sie entwickeln – gerade im Zusammenspiel mit Künstlicher Intelligenz werden sie zu „Freunden". Und wie diese Maschinen altern und kaputtgehen, tragen umgekehrt auch wir zunehmend künstliche Teile in uns: künstliche Gelenke, Herzschrittmacher, Hörgeräte, Brillen, Linsen – ein schleichender, aber unaufhaltsamer Weg in Richtung Cyborg. Genau diese Ambivalenz – zwischen Melancholie und Zukunftsvision, zwischen Zerfall und Fortschritt – trägt die Figur in Düsseldorf in sich: ein Roboter mit türkis schimmernder, tätowiert wirkender Haut, dessen Oberkörper sich in ein grob geflochtenes, käfigartiges Geflecht auflöst, aus dem ein kleiner Baum wächst. Um ihn herum schwebt eine fragmentierte Welt aus Häusern, Fahrzeugen, Strommasten und einer Toilette auf isolierten Inseln – Zeichen einer Zivilisation, die zugleich vertraut und fremd, funktionierend und im Zerfall begriffen wirkt. Pixelpanchos Robotermotiv wird so zum Sinnbild einer Gegenwart, in der die Grenze zwischen Mensch und Maschine längst nicht mehr klar zu ziehen ist – und in der aus Rost und Verfall zugleich neues Leben, ein neuer Baum, wächst.
Das Wandbild entstand 2013 in Düsseldorf im Rahmen des ersten 40Grad Urban Art Festivals.

Das Wandbild wurde leider 2025 von einem Gebäude überdeckt und ist daher nicht mehr zu sehen.

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