Sebastien Preschoux

Frankreich

Der französische Künstler Sébastien Preschoux ist für seine geometrischen Zeichnungen bekannt. Seine oszillierenden Linien und Formen wirken, als wären sie mit dem Computer generiert. Das entscheidende Merkmal seiner Kunst ist jedoch die Handarbeit: Preschoux besteht darauf, jede Arbeit selbst und ohne Maschine herzustellen.

Handarbeit als Haltung

Preschoux ist Autodidakt und lebt und arbeitet in Paris. Er ist von der Optischen Kunst und von den Werten des Bauhauses inspiriert, das die grundlegende Bedeutung manueller Arbeit betont. Wer ihm bei der Arbeit zusieht, erlebt eine Spannung zwischen der Gelassenheit, mit der er seine Linien ohne Eile auf die Fläche bringt, und der Präzision jeder einzelnen Geste. Lineal und Zirkel geben den Rhythmus vor.

Konzentration als Methode

„Eine falsche Linie, und alles beginnt von vorne.“ So beschreibt Preschoux seine Arbeitsweise. Sie verlangt große Ruhe, Konzentration und Fokus. Aus dieser Haltung entstehen Kompositionen, die leicht im Raum zu schweben scheinen. Wer ihm zusieht, denkt unweigerlich an den japanischen Zengarten, den Karesansui. Auch dort entsteht die Wirkung aus Reduktion, Rhythmus und Geduld. Diese Assoziation ist eine Deutung, die wir dem Betrachter überlassen.

Von Holz, Tusche und Geduld

Für seine Malereien bereitet Preschoux den Holzgrund selbst vor. Er schleift ihn mehrfach und trägt mehrere Schichten chinesischer Tusche auf, bevor er die Umrisse mit Acryl anlegt. Daraus entsteht ein tiefes, absolutes Schwarz, auf dem Muster und Farben umso leuchtender wirken. Der Übergang von einer Farbe zur nächsten entsteht durch die allmähliche Beimischung eines kleinen Anteils der folgenden Farbe. Erst bei genauer Betrachtung werden die Spuren der menschlichen Hand sichtbar. Preschoux nennt das den „Lohn der Neugierigen“.

Fäden im Raum

Neben Zeichnungen und Malereien entwickelt Preschoux Installationen aus gespannten Fäden. Für „Slinky“ schuf er 2019 im Auftrag von Quai 36 in den Jardins de l’Arche in La Défense eine Wandmalerei, die mit einer dreidimensionalen Fadeninstallation in Dialog tritt. 2022 war er an der Gruppenausstellung „Adventices“ in der La Manufacture in Aix-en-Provence beteiligt. Mit dem Mantra „Mensch gegen Maschine“ kritisiert er die Vorherrschaft der Technik in der zeitgenössischen Kultur und hebt den Wert des menschlichen Körpers als Werkzeug hervor.

Ausstellungen bei Pretty Portal

2020 war Sébastien Preschoux in der Gruppenausstellung „Curves and Corners“ gemeinsam mit Marc C. Woehr vertreten.

Ausgewählte Werke

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