Sebastien Preschoux | Marc Woehr "Curves and Corners"

Ausstellung

9. OKT 2020 — 20. NOV 2020

Vernissage

9. OKT, 19:00

Sebastien Preschoux Marc Woehr Curves and Corners

Beschreibung

Kurven und Ecken, Kreise und Diagonalen: Schon mit wenigen klaren Formen lassen sich ganze Bildwelten bauen. In „Curves and Corners“ treffen zwei Künstler aufeinander, die beide grafisch abstrakt arbeiten und sich klarer Formen bedienen. Ihre Bildwelten harmonieren und kontrastieren zugleich.

Hand und Maschine

Auf der einen Seite Kreise und geschwungene Formen, auf der anderen Geraden, Diagonalen und Ecken. Der visuelle Kontrast zwischen den Bildkonzepten setzt sich in den dahinterliegenden Ebenen fort: Während Marc C. Woehr für seine Kompositionen auch den Computer und andere Maschinen nutzt, setzt Sébastien Preschoux ausschließlich auf Handarbeit.

Arbeiten von Marc C. Woehr haben wir bereits 2016 und 2018 gezeigt, Sébastien Preschoux ist zum ersten Mal bei Pretty Portal zu sehen. Gezeigt werden Arbeiten auf Leinwand und Papier sowie Reliefs aus Holz und Karton.

„Curves and Corners“
Sébastien Preschoux & Marc C. Woehr

Ausstellung
9. Oktober – 20. November
Dienstag – Freitag, 14 – 19 Uhr und nach Vereinbarung

Pretty Portal
Brunnenstraße 12
40223 Düsseldorf

Sébastien Preschoux

Sébastien Preschoux ist ein französischer Künstler, der für seine geometrischen Zeichnungen bekannt ist. Die oszillierenden Linien und Formen seiner Werke wirken, als seien sie am Computer generiert. Was seine Kunst jedoch von vielen zeitgenössischen ästhetischen Konzepten unterscheidet, ist sein Beharren auf Handarbeit. Inspiriert ist er dabei von den Werten des Bauhauses, das die grundlegende Bedeutung handwerklicher Arbeit betonte.

Wer Sébastien Preschoux bei der Arbeit zusieht, spürt die Spannung zwischen der Gelassenheit, mit der er seine Linien ohne Eile auf die Leinwand bringt, und der Schönheit einer unendlich präzisen Geste. Unweigerlich denkt man an Karesansui, den japanischen Zen-Garten. Ohne Ungeduld bildet er die Bewegung der Zeichnung in der Zeit ab und lässt das Material sich im Raum entfalten.

In einer natürlichen und spontanen Beziehung zu den Materialien, zur Umgebung, zur Zeit und zur Arbeit, die darin steckt, zeigt Preschoux in Echtzeit, was nötig ist, um etwas zu erschaffen, das man heute meist Maschinen überlässt. Dabei hebt er den Wert und die Möglichkeiten des menschlichen Körpers als perfektes Werkzeug hervor. In seinen Werken leben die Konzentration aller Sinne, die vollständige Fokussierung auf einen Punkt und das Mantra „Mensch gegen Maschine“. Mit seiner Herangehensweise setzt er sich mit unserer zeitgenössischen Kultur auseinander, in der die Technologie vorherrscht und den Menschen vielerorts verdrängt und ersetzt.

Marc C. Woehr

Seit seinen Anfängen als Graffiti-Künstler in den 1990er-Jahren hat Marc C. Woehr einen langen Weg zurückgelegt und sich zu einer beeindruckenden künstlerischen Freiheit vorgearbeitet. Wie fast jeder Graffiti-Writer begann er mit einfachen Schriftzügen, dann folgten große, sich über mehrere Meter erstreckende Bilder. Irgendwann merkte er jedoch, dass ihm das hektische, weil verbotene Arbeiten bei Nacht im Außenraum nicht mehr genügte. Er wollte stärker kompositorisch arbeiten, bezog kurzerhand ein Atelier und tauschte die rauen Außenmauern gegen klassische Leinwände.

Die Straße als kleinste Einheit, die Architektur und die Stadt als große Struktur, als Matrix, haben ihn seitdem nicht mehr losgelassen. Aus dieser intensiven Auseinandersetzung mit dem Stadtraum entstanden im Atelier zunächst Collagen: Kompositionen aus Fotografien und Zeitungsausschnitten, kombiniert mit malerischen Partien. Schon diese Collagen lassen Anklänge an die 1920er-Jahre, an Bauhaus und Dada spüren und deuten die Ästhetik seiner späteren Holzreliefs an.

Die Holzreliefs sind inzwischen zu seinem absoluten Alleinstellungsmerkmal geworden. Aus der Auseinandersetzung mit der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts sind frische und sehr zeitgemäße Arbeiten entstanden, die nicht im Geringsten erkennen lassen, dass der Künstler seine Karriere nicht mit Pinsel oder Zeichenstift, sondern mit der Sprühdose in der Hand begonnen hat.

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