FinDAC
Irland
Der 1967 in Irland geborene Künstler Fin DAC hat sich mit einer Bildsprache, die die Konventionen der Street Art bewusst hinter sich lässt, in der Urban Art einen eigenen Platz erarbeitet. Seine Werke verbinden Elemente der zeitgenössischen Kunst mit der Ästhetik der Straße. Er selbst nennt diesen Ansatz „Urban Aesthetics“.Heute in London ansässig, ist Fin DAC Autodidakt. Ohne Zugang zu Galerien oder Museen fand er lange keinen Weg in die Kunst und arbeitete zunächst als technischer Zeichner, Grafikdesigner und Webentwickler. Erst mit rund vierzig Jahren griff er zum Pinsel. Das Malen weiblicher Porträts wurde für ihn zu einer meditativen Praxis, mit der sich das ständige innere Geplapper zum Schweigen bringen lässt. Seine Einflüsse reichen von japanischen Holzschnitten, Manga und Graphic Novels bis zu Aubrey Beardsley, dessen Druck ihn schon als Kind prägte.Frauen zwischen den WeltenSeine Figuren bewegen sich zwischen Tradition und Gegenwart: Traditionelle Kleidung und Symbolik treffen auf moderne Sensibilität. Stolz und Würde ziehen sich durch die Porträts, ergänzt durch einen spielerischen Zug, der Klischees hinterfragt. Charakteristisch ist die bemalte Maske, die viele seiner Frauenfiguren trägt. Ihre Gestalt ist von Pris aus Blade Runner und der androgynen Bühnenpersona von Annie Lennox inspiriert. Die beiden Tropfen, die von ihr herabfallen, bleiben bewusst rätselhaft. Der kleine Punkt auf Höhe des dritten Auges steht für den Künstler selbst.Wandbilder in Städten weltweitSeine Zeit als technischer Zeichner, in der er Layout, Perspektive und Maßstab lernte, bildet die Grundlage seiner großformatigen Wandbilder. In den vergangenen zehn Jahren hat er graue Stadträume auf der ganzen Welt in farbige Bildwelten verwandelt. Eines seiner persönlichsten Projekte ist „A Quiet Moment of Contemplation“ (2020), ein Wandbild für die Station für Frauen in der psychiatrischen Intensivpflege im St Charles Centre in London. Die Arbeit steht für seinen Glauben an die heilende Kraft der Kunst.Ausstellungen, Messen und EditionenSeine Zusammenarbeit mit Pretty Portal begann 2012 mit der Ausstellung „STENCILS ONLY 2012“. Seitdem sind neun limitierte Siebdrucke entstanden, die gemeinsam mit Fin DAC produziert und von Pretty Portal herausgegeben wurden.Pretty Portal zeigte seine Werke 2017 auf dem eigenen Messestand auf der Urvanity Art Fair in Madrid und auf der Urban Art Fair in Paris. 2018 folgte die Urban Art Fair in Paris, 2026 die ARTMUC in München.2022 war er in der Gruppenausstellung „Mixed Reality“ vertreten, 2023 in „Looks are deceiving“.2024 zeigte er „HomEage (Split Personalities)“, eine Hommage an Künstler, Bewegungen und kulturelle Momente, die seinen Weg geprägt haben. 2025 folgte „Carte Blanche“ in Paris, eine Auseinandersetzung mit dem Japonisme, die japanische Holzschnitte mit Belle Époque und Fin de Siècle verbindet. Mit „The Girls of Dactown (The GoDs)“ erweitert er seine Figurenwelt in den Raum: Eine dystopische Welt cyborgartiger Attentäterinnen existiert inzwischen als lebensgroße Bronzeskulpturen und Vinylfiguren.„Ich male Kunst, um mich selbst glücklich zu machen.“ – Fin DAC (übersetzt aus dem Englischen)