URBSTRACTIONS

Chazme | Marc C. Woehr | Theo Lopez

Ausstellung

3. NOV 2017 — 1. DEZ 2017

Vernissage

3. NOV, 19:00 — 22:00

CHAZME, MARC C. WOEHR, THÈO LOPEZ - Urbstration teaser - Pretty Portal

Beschreibung

Was passiert, wenn Graffiti den Buchstaben hinter sich lässt? Aus Schriftzügen werden Formen, aus Characters Architekturen, aus der Dynamik der Straße Rhythmus und Bewegung auf der Leinwand. Unter Begriffen wie Urban Abstract und Graffuturismus hat sich daraus eine der spannendsten Richtungen der zeitgenössischen Urban Art entwickelt.

Formen, Flächen und Linien

In URBSTRACTIONS zeigen wir mit CHAZME, Marc C. Woehr und Théo Lopez eine Auswahl der interessantesten und progressivsten Künstler dieser Richtung. Zu sehen sind Kompositionen aus Formen, Flächen und Linien, voller Rhythmus und Bewegung, inspiriert von urbanen Landschaften, vom Konstruktivismus und der russischen Avantgarde, von Architektur und Typografie. Die Künstler kommen aus Polen, Frankreich und Deutschland.

CHAZME

Daniel Kaliński alias CHAZME ist für seine Darstellungen surrealer, verschachtelter und komplexer Architekturen bekannt. Seinen künstlerischen Weg begann er in der Warschauer Graffitiszene als Spezialist für Characters und figurative Malerei, bevor er seinen Stil zur formalen Abstraktion weiterentwickelte. Der in der Schweiz geborene polnische Künstler studierte unter anderem Architektur und Stadtplanung in Warschau. Die futuristischen Stadtlandschaften in seinen Werken sind von Brutalismus und Konstruktivismus inspiriert. Seine an Escher erinnernden Konstruktionen verbinden starre Geometrie mit poetischen Szenerien, klassische Mythologie mit zeitgenössischer urbaner Erfahrung. Das städtische Labyrinth, typisch für seine Bildsprache, ist eine starke Metapher für die urbane Umwelt des modernen Menschen. Neben zahlreichen Wandbildern, die er oft gemeinsam mit seinen Künstlerfreunden Sepe und Robert Proch malt, hat er seine Arbeiten in Ausstellungen in ganz Europa gezeigt. 2011 wurde CHAZME mit dem ARTAQ Urban Art Award ausgezeichnet.

Marc C. Woehr

Seit seinen Anfängen als Graffiti-Künstler in den 1990er-Jahren hat Marc C. Woehr einen langen Weg zurückgelegt und sich zu einer beeindruckenden künstlerischen Freiheit vorgearbeitet. Wie fast jeder Graffiti-Writer begann er mit einfachen Schriftzügen, dann folgten große, sich über mehrere Meter erstreckende Bilder. Irgendwann merkte er jedoch, dass ihm das hektische, weil verbotene Arbeiten bei Nacht im Außenraum nicht mehr genügte. Er wollte stärker kompositorisch arbeiten, bezog kurzerhand ein Atelier und tauschte die rauen Außenmauern gegen klassische Leinwände.

Die Straße als kleinste Einheit, die Architektur und die Stadt als große Struktur, als Matrix, haben ihn seitdem nicht mehr losgelassen. Aus dieser intensiven Auseinandersetzung mit dem Stadtraum entstanden im Atelier zunächst Collagen: Kompositionen aus Fotografien und Zeitungsausschnitten, kombiniert mit malerischen Partien. Schon diese Collagen lassen Anklänge an die 1920er-Jahre, an Bauhaus und Dada spüren und deuten die Ästhetik seiner späteren Holzreliefs an.

Die Holzreliefs sind inzwischen zu seinem absoluten Alleinstellungsmerkmal geworden. Aus der Auseinandersetzung mit der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts sind frische und sehr zeitgemäße Arbeiten entstanden, die nicht im Geringsten erkennen lassen, dass der Künstler seine Karriere nicht mit Pinsel oder Zeichenstift, sondern mit der Sprühdose in der Hand begonnen hat.

Théo Lopez

In Théo Lopez' Bildern gleiten Linien über die Leinwand. Sie folgen imaginären Freiformen, schwingen in harmonischem Rhythmus und nehmen gerade Wege, um plötzlich die Richtung zu ändern. Dabei definieren sie Formen, die an Wild-Style-Graffiti erinnern und von Dadaismus und Surrealismus inspiriert sind. Nach weiteren Einflüssen gefragt, nennt Lopez die russischen Konstruktivisten und den amerikanischen Abstrakten Expressionismus. All diese Richtungen vereint er in Werken, die dem Graffuturismus zuzuordnen sind. Auffällig sind neben der ausdrucksstarken Formensprache auch sein gekonnter Umgang mit Licht und Schatten und der Einsatz kräftiger Farben, die seinen Werken eine wunderbare Lebendigkeit verleihen.

Théo Lopez ist eines der besonderen Talente der französischen Urban-Contemporary-Szene. Er wurde 1989 in den Pariser Vorstädten geboren, wo er bis heute lebt und arbeitet. Bereits 2008 wurde er vom Kollektiv 9ème Concept eingeladen, mit dem er mehrere große internationale Projekte realisierte. Seitdem arbeitet er an seinem Ausdruck und seiner Bildsprache und hat sich dabei immer weiter vom Gegenständlichen zum Abstrakten, vom Effekt zum Wesentlichen entwickelt. Die Werke des noch jungen Künstlers wurden in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen vorgestellt. Einige gehören zur Sammlung von Nicolas Laugero Lasserre und sind im Art 42 Urban Art Museum in Paris ausgestellt.

URBSTRACTIONS
Eine Ausstellung mit Werken von CHAZME, Marc C. Woehr und Théo Lopez

Vernissage
3. November, 19 – 22 Uhr

Ausstellung
6. November – 1. Dezember
Montag – Freitag, 11 – 19 Uhr und nach Vereinbarung

Pretty Portal
Brunnenstraße 12
40223 Düsseldorf

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